Invasive Pflanzen melden
Neophyten melden

Neophyten sind Pflanzen, die durch menschlichen Einfluss in Gebiete gelangt sind, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren. Viele Arten bleiben unproblematisch. Einige invasive Pflanzen breiten sich jedoch stark aus, verdrängen heimische Arten, gefährden Menschen oder Tiere und können Schäden an Ufern, Wegen oder Bauwerken verursachen. Über Stadtpate können Sie solche Funde mit Foto und genauer Ortsangabe an die passende Kommune melden.
Fund in der Nähe melden
Warum ist eine Meldung wichtig?
- Kleine Bestände lassen sich oft leichter prüfen und eindämmen als große, etablierte Vorkommen.
- Gesundheitsgefährliche Arten wie Riesen-Bärenklau oder Beifuß-Ambrosie sollten früh erkannt werden.
- Genaue Fundorte helfen, Zuständigkeiten und mögliche Maßnahmen schneller einzuordnen.
Was sollte gemeldet werden?
- Ein Foto von Wuchsform, Blättern, Blüten oder Früchten.
- Der genaue Fundort, zum Beispiel Ufer, Wegerand, Grünstreifen, Garten, Brachfläche oder Weidefläche.
- Die geschätzte Größe des Bestands und Hinweise auf sensible Bereiche wie Spielplatz, Schule, Weide oder Naturschutzfläche.
Die neun problematischen Arten
Nicht jeder Neophyt ist automatisch ein Problem. Kritisch werden Arten dann, wenn sie sich stark ausbreiten, heimische Lebensräume verändern, Gesundheitsrisiken auslösen oder Schäden an Wegen, Ufern und Bauwerken verursachen. Die folgenden neun Pflanzen stehen beispielhaft für besonders problematische invasive Arten in Deutschland.
Sie sind in drei Gruppen gegliedert: EU-weit verbotene Arten, akute Gesundheitsgefahren und ökologische Verdrängungskünstler. Eine Meldung ersetzt keine fachliche Bestimmung, hilft der zuständigen Stelle aber, Funde früh zu prüfen und bei Bedarf gezielt zu reagieren.
EU-weit verbotene Arten
Der Götterbaum wächst sehr schnell, bildet zahlreiche Wurzelausläufer und kann sich besonders auf Brachflächen, an Straßenrändern, Mauern und Bahnanlagen ausbreiten. Durch dichte Bestände und starke Beschattung verdrängt er heimische Pflanzen. Seine kräftigen Wurzeln können außerdem Wege, Mauern und andere bauliche Strukturen beeinträchtigen.
Die Gewöhnliche Seidenpflanze stammt aus Nordamerika und breitet sich über Samen und unterirdische Ausläufer aus. Problematisch ist sie vor allem in Sandgebieten, Trockenrasen und offenen Standorten, wo sie wertvolle Lebensräume überwachsen und seltene heimische Arten zurückdrängen kann.
Der Östliche Baccharisstrauch ist sehr anpassungsfähig und kann dichte Gehölzbestände bilden. Besonders in Küstenregionen, Feuchtgebieten und offenen Landschaften kann er heimische Vegetation verdrängen und Lebensräume verändern. Funde sollten dokumentiert werden, weil die Art auf der EU-Unionsliste steht.
Akute Gesundheitsgefahren
Riesen-Bärenklau, auch Herkuleskraut genannt, kann mehrere Meter hoch werden. Der Pflanzensaft enthält Stoffe, die in Verbindung mit Sonnenlicht schwere, verbrennungsähnliche Hautreaktionen auslösen können. Die Art wächst häufig an Ufern, Wegrändern und Wiesen und sollte wegen der Gesundheitsgefahr besonders vorsichtig gemeldet und nicht ungeschützt berührt werden.
Schmalblättriges Greiskraut breitet sich stark entlang von Straßen, Bahntrassen, Wegen und offenen Böden aus. Die Pflanze ist für Weidetiere giftig und kann besonders problematisch werden, wenn sie in Heu oder Silage gelangt. Meldungen helfen, Bestände in sensiblen Bereichen früh zu erkennen.
Die Beifuß-Ambrosie ist vor allem wegen ihrer stark allergenen Pollen relevant. Schon geringe Pollenkonzentrationen können Heuschnupfen, Augenreizungen oder Asthma-Beschwerden auslösen. Sie tritt häufig auf Ruderalflächen, in Gärten, an Straßenrändern und durch verunreinigtes Vogelfutter auch in Siedlungsbereichen auf.
Ökologische Verdrängungskünstler
Japanischer Staudenknöterich bildet sehr dichte, hochwüchsige Bestände und tiefreichende Rhizome. Schon kleine Wurzelstücke können wieder austreiben, weshalb unsachgemäße Entfernung die Ausbreitung verstärken kann. An Ufern, Böschungen und in der Nähe von Bauwerken kann die Art ökologische und bauliche Probleme verursachen.
Drüsiges Springkraut wächst sehr schnell und produziert große Mengen Samen, die bei Berührung aus den Kapseln geschleudert werden. Es besiedelt häufig Bachufer, Gräben und feuchte Standorte. Dort kann es heimische Bachbegleitflora verdrängen und nach dem Absterben im Winter offene, erosionsanfällige Uferbereiche hinterlassen.
Die Kanadische Goldrute bildet ausgedehnte, dichte Bestände und kann nährstoffarme Wiesen, Weiden, Säume und Brachflächen dominieren. Dadurch sinkt häufig die Pflanzenvielfalt, was wiederum Insekten und andere Tiere betrifft, die auf artenreiche heimische Vegetation angewiesen sind.
Bitte vorsichtig dokumentieren
- Berühren Sie unbekannte Pflanzen nicht ungeschützt.
- Halten Sie Abstand zu Riesen-Bärenklau, da Pflanzensaft in Verbindung mit Sonnenlicht starke Hautreaktionen auslösen kann.
- Entnehmen Sie keine Pflanzenstücke, wenn dadurch Samen oder Wurzelteile verschleppt werden könnten.
So hilft Ihre Meldung
- Die Kommune erhält Foto, Fundort und Beschreibung in einer strukturierten Meldung.
- Die zuständige Stelle kann prüfen, ob es sich um eine relevante invasive Art handelt.
- Bei Bedarf können Rückfragen, Beobachtung oder weitere Maßnahmen veranlasst werden.